Veranstaltungsdetails

FR, 8. Oktober 2021

Vortrag: Japans christliches Jahrhundert

Die münchener Japanologin Dr. Andrea Hirner referiert

Ort: Mannheim, Sanctclara, B5,19
Zeit: 19:00 Uhr, Einlass ab 18:30 Uhr
Eintritt: 8 €

 der Jesuit Franciscus Xaverius in schwarzem Ornat mit vor der offen gekreuzten ArmenIn Zusammenarbeit mit dem Ökumenischen Begegnungszentrum Sanctclara haben wir für Freitag, den 8. Oktober 2021, die Japanologin Dr. Hirner von der DJG in Bayern eingeladen. Sie spricht über das christliche Jahrhundert in Japan.
Im 16. Jahrhundert schien Japan, das erst 1543 entdeckt worden war, ein dankbares Objekt für die katholische Mission zu sein. 1549 landete der Jesuit Franciscus Xaverius in Kagoshima auf der Insel Kyūshū und begann zu predigen und zu taufen. Er konnte erste Erfolge verzeichnen, denn Japan befand sich damals in einem Zustand politischer Unruhe. Nicht nur kämpften mächtige Daimyōs um die Macht, die buddhistischen Klöster mischten sich mit eigenen Mönchsarmeen ein und pochten auf ihre materielle Unabhängigkeit. Vielen Japanern fehlte zu dieser Zeit ein geistiger Halt, und die katholischen „bateren“ (Patres) mit ihrem festen Glauben schienen einen solchen Halt zu bieten.
Die Schwierigkeiten für die jesuitischen Prediger waren enorm, besonders in der Anfangszeit. Sprache und Denkungsart waren völlig verschieden vom Abendland. Dennoch gelang es ihnen, auch Fürsten zu überzeugen und zu taufen. In einigen Landesteilen durften sie Kirchen und Lehranstalten errichten.
Höhepunkt war die Entsendung einer Mission nach Rom im Jahr 1582, an der vier jugendliche Christen teilnahmen. Eine zweite Reise von japanischen Christen erfolgte 1613, als bereits erste Verbote gegen die Missionierung ergangen waren. Die Jesuiten waren zu einem Faktor im internen Machtspiel geworden, weil sie die ersten Gewehre eingeführt hatten und mit den Bordkanonen ihrer Schiffe in Kämpfe eingreifen konnten.
Intrigen zwischen Portugiesen und Spaniern und die Erlaubnis des Papstes für Franziskaner und Dominikaner, das Monopol der Jesuiten zu umgehen und ebenfalls in Japan zu missionieren, komplizierten die Situation. Die Ankunft von Holländern in Japan trug den religiösen Zwiespalt von Europa nach Japan und gab Machthabern die Möglichkeit, sich gegen die katholische Lehre zu wenden. Schließlich wurde jede Art der Mission verboten, alle Katholiken, auch getaufte Japaner, mussten Japan endgültig verlassen. Das „christliche Jahrhundert“ war damit beendet, nur Holländern und Chinesen war der Aufenthalt weiterhin erlaubt.
Das Verbot der katholischen Religion wurde im 17. Jahrhundert rigoros durchgesetzt. Danach schwächte sich die Erinnerung an die erste Begegnung zwischen Japan und dem Westen ab. Das Bildungsbemühen der Jesuiten trug aber in vielen Bereichen Früchte, und das Erscheinen der “südlichen Barbaren” beeinflusste die Künste in Japan. Im Westen brachten die Berichte der Jesuiten über dieses neue Land erste Kenntnisse und Einblicke in Geschichte, Leben und Sprache von Japan. Nach dem Ende der Mission waren sie die einzige Quelle für Wissenschaftler, bis sie von holländischen Quellen der Bewohner von Deshima abgelöst wurden

Karten zu 8 € können reserviert werden bei Sanctclara. Ansonsten sind Karten an der Abendkasse erhältlich.
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