Reisen bildet, sagt der Volksmund. Doch gerade in Sachen Japan empfiehlt sich eine gründliche Vorabbeschäftigung mit dem Reiseziel.
Reiseliteratur über Japan gibt es heutzutage wie Sand am Meer. Was ist nun aus dieser Fülle zu empfehlen? Nun, die Auswahl kann nur subjektiv sein, da auch wir uns nicht jede Veröffentlichung in den privaten Bücherschrank stellen.
Japan | Dieser Reiseführer ist die Bibel der Japanreisenden schlechthin. Wenn Sie Gleichgesinnte in Japan treffen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Ihr Gegenüber bei Gesprächen über das Wohin und Woher das Survival Kit aus der Tasche zieht. War die 7. Auflage noch auf fast 900 Seiten angewachsen, tritt man mit ca. 868 Seiten mittlwerweile wieder etwas kürzer. Das erste Viertel des Reiseführers widmet sich einzig und allein Japan, seiner Geschichte und seinen Besonderheiten. Mit diesem Hintergrundwissen läßt sich so manche Klippe elegant umschiffen. Jeder besprochene Ort - und das sind fast alle - ist mit einer Übersichts- und oft auch mit einer Detailkarte versehen. Da alle Sehenwürdigkeiten, Unterbringungs- und Einkehrmöglichkeiten hierauf nicht nur in Romaji sondern auch auf Japanisch verzeichnet sind, kann man sich sehr gut zurechtfinden. |
Japan - The rough guide | In dem 1056 Seiten starken Rough Guide ist dem australischen Lonely Planet ein ebenbürtiger Konkurrent erwachsen. Ihre Konzeptionen ähneln einander: Nach einer Landeskunde, die beim Lonely Planet weitaus detaillierter ist, widmet sich der Reiseführer erst Tokyo und seiner Umgebung. Anschließend folgt der Rest des Landes von Nord nach Süd. Wie beim Survival Kit werden in jeder besprochenen Stadt Unterkünfte unterschiedlicher Güte für unterschiedliche Reisebörsen vorgestellt. Natürlich liegt der Schwerpunkt auf der Vorstellung der jeweiligen Sehenswürdigkeiten und wie man dorthin findet. Das Kartenmaterial bei Rough Guides ist dabei präziser und zeigt z. T. Details, die bei Lonely Planet nicht zu finden sind. So wird ein Wanderweg von Kita-Kamakura durch die Wälder zum Daibutsu beschrieben, der sich im Survival Kit nicht findet. Dagegen weist der australische Führer praktisch für jeden Ort eine kleine Karte auf. Der britische Rough Guide konzentriert sich dagegen auf touristische Hauptorte. Auch Kulinarisches kommt nicht zu kurz. Die Tipps sind aktuell und zuverlässig. Sehr gut gemacht ist der Internetauftritt. Er bietet das ganze Buch in aktualisierter Form, ermöglicht also die Suche nach den letzten Infos und verbindet somit in idealer Weise beide Medien: |
Japans 99 irdische Paradiese | Halten Sie es lieber mit Gerhard Polt und sagen sich "Man spricht Deutsch!"? Dann ist dieses Werk aus berufenen deutschem Munde genau das richtige für Sie. |
Länderkarte Japan |
Kennen Sie das auch? Da hat man die neue Wander- oder Landeskarte gerade ein Dutzend Mal auf- und zugefaltet, schon reißt sie an den Falzstellen ein. Kaum ein Kartenwerk hält mehr als einen Urlaub aus. Aus diesem Grund ist der Verlag Reise Know How seit 2003 auf Polyart als Kartenmaterial umgestiegen. Damit sind Karten bei normalem Gebrauch wasserfest und unzerreißbar. Da die Japankarte im Maßstab 1:1.200.000 erstmalig im September 2004 erschien, ist sie in den Genuss dieser Verbesserung gekommen. Neueste Kartografie, detaillierte Darstellung des Terrains, aktuellstes Straßenbild, Gradgitter und ein ausführliches Ortsregister, sollen die Karten auszeichnen. Inwieweit dies bei einem Maßstab von 1:1.200.000 - gefaltet 10x25cm (aufgefaltet 60x92cm) - auch für Japan gilt, werde ich Sie bei Gelegenheit an dieser Stelle wissen lassen. |
Japan - Reisen, Jobben, Sprache lernen |
Wer eine Sprache lernt, möchte diese auch anwenden. Und wo könnte man dies besser tun, als unter Muttersprachlern? Wer mit beiden Beinen im Beruf steht und/oder Familie hat, wird sich wohl mit einer Reise begnügen, die evtl. durch einen Homestay-Aufenthalt in sprachlicher Hinsicht aufgewertet werden kann. Anders sieht es für junge Leute in der Schule, nach Lehre und Studium oder auch während des Studiums aus: Sie können heutzutage aus einer Vielzahl von Möglichkeiten wählen. So können 16-jährige Schüler z. B. für ein Jahr als Gastschüler nach Japan gehen. 18- bis 30-Jährigen steht das Working Holiday-Programm offen, mit dem sie ein Jahr in Japan leben und dabei 6 Monate insgesamt jobben dürfen. Robert Baum, Mitglied der DJG Karlsruhe, führt in seinem kompakten, gut strukturieren Ratgeber nicht nur solche, schon länger bekannte Aufenthaltsmöglichkeiten auf, sondern macht auch auf weniger bekannte Wege wie den WWOOF aufmerksam. Dahiner verbirgt sich nicht eine Abart des World Wildlife Fund sondern die World Wide Opportunities on Organic Farms, die Arbeitswilligen Kost und Logis auf einem Bauernhof bieten. Neben allgemeinen Hinweisen, die sich selbstverständlich in jedem guten Reiseführer finden, streut Robert Baum immer wieder Tipps ein, die zeigen, dass hier jemand schreibt, der sich selbst auf den Weg gemacht hat. So rät er Teilnehmern am Working-Holiday-Programm, einen vor Abflug schon zugesagten Arbeitsplatz nicht bei der Beantragung des Visums anzugeben, da dies Grund für eine Ablehnung sein könne. Auf real etwa 130 Seiten im handlichen A6-Format erhält der interessierte Leser alle Informationen, die er benötigt, um sich optimal auf sein individuelles Japanjahr vorzubereiten. Die 8,90 € Investition für dieses brandaktuelle Büchlein mit seinen zahlreichen Internetadressen rechnen sich in jedem Fall. |
Reisegast in Japan |
Am Iwanowski Verlag kommt der ambitionierte Individualreisende nicht vorbei, basieren die Reiseführer doch stets auf sehr gründlich recherchiertem Material. Und im Gegensatz zu Lonelyplanet oder Rough Guides ist dies ein deutscher Verlag, der dem reiselustigen Germanen den Sprachkampf auf dem heimischen Sofa erspart. Der Reisegast in Japan erscheint seit 2007 bereits in der 5. Auflage. Hinter dem landeskundlichen Werk, das nicht den kürzesten Weg zur billigen Herberge zum Ziel hat, sondern den Reisenden um die zahlreichen Fettnäpfchen führen möchte ohne belehrend zu wirken, stehen zwei junge Japanologinnen, die mehrere Jahre in Japan lebten: Kristina Thomas, Jahrgang 1969, arbeitete nach dem Studium der Elektrotechnik 4 Jahre in Tokyo, derweil die 2 Jahre jängere Ostasienwissenschaftlerin Barbara Haschke nach dem Studium in Kanazawa heute als freiberufliche Trainerin für interkulturelle Kommunikation tätig ist. |
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