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Öffentliche Diskurse in der unmittelbaren Nachkriegszeit: Konzepte der Demokratisierung: Vergleich der beiden Länder

Dezember 9 @ 10:15 - 12:00

Kostenlos

Nach dem Ende der selbstverschuldeten Kriege waren sowohl in Deutschland als auch in Japan von den namhaften Intellektuellen, die die schlimme Zeit auf die eine oder andere Weise überwintert haben, diverse Stimmen zu hören. Einerseits ging es um bohrende Fragen, wie alles kommen konnte, wie es gekommen ist, andererseits um Visionen und Entwürfe, die sich auf die demokratische Neugestaltung des jeweiligen Landes bezogen.

Repräsentativ dafür ist in Japan die Rede, die NANBARA Shigeru, der renommierte Politologie-Professor der Reichs-Universität Tokyo, in seiner Eigenschaft als neu ernannter Rektor am 11. Februar 1946, am Tag der Reichsgründungsfeier, gehalten hat. In dieser Rede fällt neben der scharfen Aburteilung der Kräfte, die den Krieg angefangen haben, auch neben einer merkwürdigen Zuversicht, dass sich Deutschland durch Rückbesinnung auf Luther und Kant für das begangene Verbrechen Sühne leisten und kulturell schnell regenerieren werde, ein unverbrüchliches Vertrauen auf das Potential der eigenen uralten Tradition auf. Dieser kulturelle Patriotismus war vielen Intellektuellen, die sich damals öffentlich gemeldet haben, gemeinsam. Vielleicht waren in „jenen Umbruchphasen, in denen Neues entstanden ist – oder hätte entstehen können“, schon die spätere Entwicklung angelegt, „hinter die Möglichkeiten zurückzufallen“ (Jürgen Habermas), die das Jahr 1945 für Japan eröffnet hat.

Nachdem MISHIMA Kenichi diese Rektoratsrede vorgestellt und interpretiert hat, wird Wolfgang Seifert eine Rede von Karl Jaspers analysieren.

Ein Vortrag von MISHIMA Kenʼichi (Universität Osaka, em.) mit Wolfgang Seifert (Universität Heidelberg) im Rahmen der Online-Ringvorlesung der Universität Bonn, Universität zu Köln und des Japanischen Kulturinstituts Köln.

https://us02web.zoom.us/webinar/register/WN_Uw0bejd-SbGWTTqc94KooQ

Veranstalter

Japanisches Kulturinstitut Köln
Universität Bonn
Universität zu Köln